Über 250 Anträge, knapp 700.000 Euro für betroffene Haushalte
Nürnberg/München 01.06.26 Zwei Jahre nach dem verheerenden Hochwasser in Bayern ziehen die Diakonie Bayern, die Diakonie Katastrophenhilfe und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern Bilanz ihrer Hilfen für Betroffene. Insgesamt wurden 267 Anträge mit einem Gesamtvolumen von rund 684.000 Euro bewilligt. Unterstützt wurden Menschen unter anderem durch Soforthilfen unmittelbar nach der Katastrophe, Härtefallhilfen sowie erweiterte Hilfen für besonders schwer betroffene Haushalte.
Vom 30. Mai bis 3. Juni 2024 waren in Bayern und Baden-Württemberg zunächst ergiebige Dauerniederschläge gefallen, danach regional begrenzte Starkregen. Laut Deutschem Wetterdienst fiel in fünf Tagen teils mehr als ein Monatssoll, stellenweise sogar das Zweieinhalbfache. In Bayern waren vor allem Schwaben, Oberbayern und Niederbayern betroffen; 15 Landkreise und drei kreisfreie Städte riefen den Katastrophenfall aus, mehr als 3.000 Menschen mussten evakuiert werden. Die Hochwasserlage zog sich bis in die zweite Juniwoche, richtete massive Schäden an Wohnhäusern, Betrieben und Infrastruktur an und verursachte allein bei den versicherten Schäden in Bayern Schätzungen von bis zu drei Milliarden Euro.
Unmittelbar nach der Flut hatten die Diakonie Bayern, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern sowie die Diakonie Katastrophenhilfe Soforthilfen organisiert, Bautrockner in die betroffenen Regionen geliefert und zu Spenden aufgerufen. Insgesamt wurden 169 niedrigschwellige Soforthilfen mit einem Umfang von rund 85.000 Euro bewilligt. Hinzu kamen 84 Härtefallhilfen mit insgesamt rund 372.000 Euro. Für besonders schwer betroffene Haushalte wurde später zudem ein erweitertes Hilfsformat eingerichtet. Hier konnten bis zu 25.000 Euro pro Haushalt beantragt werden. Insgesamt wurden dafür bei 14 Anträgen rund 226.000 Euro bewilligt.
„Das Hochwasser ist für viele Menschen auch zwei Jahre später nicht vorbei“, sagt Dr. Sabine Weingärtner, Präsidentin der Diakonie Bayern. „Wer sein Zuhause verloren oder massive Schäden erlebt hat, trägt die Folgen oft noch lange mit sich. Gerade deshalb war es damals wichtig, schnell, unbürokratisch und verlässlich zu helfen – und auch heute noch beim Wiederaufbau zu unterstützen.“
Die Bearbeitung der erweiterten Härtefallhilfen war aufwendig. In vielen Fällen mussten Unterlagen nachgereicht und individuelle Situationen genau geprüft werden. Die letzten Anträge wurden erst in diesem Frühjahr abgeschlossen. Seit Ende 2025 können keine neuen Anträge mehr gestellt werden.
„Die Hilfen zeigen, was möglich ist, wenn Kirche, Diakonie und lokale Stellen eng zusammenarbeiten“, sagt Oberkirchenrat Stefan Blumtritt. „Viele Mitarbeitende vor Ort haben damals weit über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus unterstützt – oft über Wochen und Monate hinweg.“
Neben finanziellen Hilfen gehe es auch künftig darum, die Katastrophenvorsorge weiter zu stärken. Bereits ein Jahr nach der Flut hatte die Diakonie angekündigt, stärker in regionale Netzwerke, Schulungen und Hilfsstrukturen investieren zu wollen.
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