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St. Martin Gräfensteinberg

Nicht nur Blech
Das Denkmal des Heiligen Martin vor der Gräfensteinberger Kirche
Martin und der Arme, der sich im Traum als Jesus zu erkennen gibt

Das Denkmal des Heiligen Martin in Gräfensteinberg

Sehr gewagt war vor 25 Jahren die Gestaltung des Heiligen Martin von Tour vor der nach ihm benannten Kirche in Gräfensteinberg: Metallplatten, gebeugt und gebogen zusammen-gefügt bis sie schließlich den Heiligen Martin erkennen lassen. Reitend auf einem Pferd, im Begriff, dem Armen, der frierend vor ihm auf dem Weg sitzt, helfend die Hälfte seines Mantels zu geben. Ungewöhnlich wirkt das Metall, ungewöhnlich die kantigen Umrisse, ungewöhnlich angesichts der Kirche, des Friedhofs und des weiten Horizontes, den der Blick über ruhige Täler, Hügel und Wälder erreicht. Für die Gräfensteinberger blieb das Kunstwerk weitgehend fremd. Das Auge liebt eingängige Darstellungen.

Aber das Kunstwerk entspricht mehr der Person des Heiligen Martin, unangepasst, eigenständig, kantig, anstößig: Wir kennen aus seinem Leben nur die Legende des helfenden jungen Mannes, der auf dem Weg ist Christ zu werden. Aber dass er danach unangepasst als Christ lebte und nicht nur dem politi-schen Herrn sondern auch den kirchlichen Amtsbrüdern zum Anstoß wurde, steht auf den Seiten seiner Lebensbeschreibung, die wir für gewöhnlich nicht mehr lesen: Die Kirche war Staatskirche geworden im zu Ende gehenden römischen Reich. Und in kirchlichen Würdenträgern war der Hunger nach Macht und Ansehen erwacht. Martin blieb arm, streng, ein Außenseiter. Man hatte versucht, seine Bischofswahl zu umgehen. Er passte nicht in die Landschaft, in seine Zeit, in die Umgebung. Und doch verkörperte er das, was von Anfang an Christsein war: Ein auf Christus zentriertes Leben; die Mühe sich selbst und die Kräfte der Welt nach Seinen Vorgaben zu biegen, zu gestalten. Fremd wirken sie, die Metallplatten des Denkmals in Gräfensteinberg. Aber sie gestalten ungewöhnlich genau die Person des Heiligen Martin.

 

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